| Historisches | |
| Leben und
Sterben des berüchtigten Wilderers Josef Sattler (1830 – 1878)
Vor 123 Jahren gelang es einem starken
Aufgebot an Polizei und Militär einen Wilderer zu töten, der jahrelang
das Gebiet um Tiefenbach verunsicherte und mehrere Morde begangen hatte.
Bauerssohn Josef Sattler, der in Höbersdorf 1830 zur Welt kam und im
Weiler Deichselberg an der Donau aufwuchs, wurde wegen Wilderei
wiederholt straffällig und saß mehrere Zuchthausstrafen wegen dieses
Deliktes in Passau ab. Entgegen landläufiger Meinung war Sattler kein
niederbayerischer „Jennerwein", sondern ein rücksichtsloser,
jagdbesessener Schwerverbrecher und Rückfalltäter, der den Gendarm
Meisinger im Oktober 1877 in der Einöde Haidreuth mit Helfern
bestialisch abschlachtete. Bereits in früheren Jahren hatte er gegen
Polizeistreifen mehrmals rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch
gemacht. Nach der Ermordung Meisingers setzte eine, nur durch den Winter
unterbrochene regelrechte Treibjagd auf den steckbrieflich gesuchten
Sattler ein. Bei seiner Einkesselung in einer Scheune in dem Weiler
Brauchsdorf konnte er noch den Gendarmen Schütz tödlich verletzen, ehe
ihn selbst ein Schuss durch den Hals am frühen Morgen des 2. April 1878
tötete. Der notorische Wilderer Josef Sattler, der zu seiner Zeit in
Bayern ähnlich berühmt berüchtigt war wie Matthias Kneißl, wurde
einige Tage später in Heining in aller Stille beerdigt. |
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| Schwarzes
Gold „Graphit" – ein vergessenes Stück Bergwerksgeschichte aus
Hirzing
Ein sehr begehrtes Mineral ist Graphit,
das heute noch in Kropfmühl nordöstlich von Passau in großem Stil
unter Tage gefördert wird. Unweit der Ortschaft Hirzing im Bereich der
Gemeinde Tiefenbach fand über Jahrzehnte ebenfalls der Abbau des
wertvollen Minerals statt. Erste Hinweise auf den Graphitbergbau finden
sich von 1865/1870 – 1885. Die Suche nach dem, nicht zuletzt
kriegswichtigen Rohstoff, ließ den erloschenen Bergbaubetrieb in
Hirzing in späterer Zeit wieder kurzzeitig aufleben. Von 1918 – 1920
waren nachweislich zwei Schichten Bergleute in der Graphitlagerstätte
„Drei Einigkeitszeche" beschäftigt. Wirtschaftliche Gründe
führten zur Schließung der Zeche. Die dritte Abbauperiode umfasst die
Zeit von 1936 – 1939, als die Fa. Oswald und Compagnie hier Graphit
bergmännisch fördern ließ. Im Februar 1939 wurde der Zechenbetrieb
eingestellt, wofür die ungenügende Qualität des gewonnenen Materials
sowie Transportprobleme mit ausschlaggebend waren. |
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| Finstere
Gänge und enge Kammern hüten das Geheimnis der Schrazelgänge
Geheimnisumwittert sind bis heute die
oftmals verzweigten, aus engen Röhren, Durchlässen und düsteren
Kammern bestehenden Stollensysteme, die im Volksmund „Schrazelgänge"
genannt werden. |
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